Bekloppt und feinsinnig

Laura Dilettantes Fröhlichkeit war ansteckend


Laura Dilettante ist eine schillernde Musikerin. Das spürten die Besucher ihres Konzertes im Stadthaus Selters vom ersten Lied an. Ihre Lieder im Stile der 20er Jahre waren frech aber immer charmant, albern aber nie trival. Ob auf Ukulele oder Akkorden mit Tröte gespielt: sie widmete ihre Songs den Spinnern zum Trost und zählte sich selbst dazu.

Ihre Geschichten handeln von den Vorzügen hässlicher Frauen, von den schlechten Arbeitsbedingungen der Dame, die im Zirkus zersägt wird und den Sägenden liebt, von Menschen, die einfach zu schön sind und davon, wie es ist, wenn man in einen Vollidioten verliebt ist und das auch noch weiß. Ob Sie die Vorzüge alter Männer in "Nehmen se 'nen Alten" besingt oder sich im Lied darüber freut, dass man als Künstlerin keine mitverdienende Plattenfirma benötigt: ihre Lieder sind immer bekloppt und tiefsinnig zugleich. Wenn Laura Dilettante Liebeslieder singt, dann sind diese melancholisch, romantisch, und zugleich witzig.

Ihr ganzes Konzert war ein feinsinniges und ansteckendes Plädoyer fürs Selberfühlen, Selberlieben, Selberdenken und über sich selber lachen.

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