Selters bittet um Spenden für den Wald

Film und Überraschungsflyer machen auf die Not des Waldes aufmerksam


(von links) Revierförster Helmut Nett, Ideengeber Günther Geyer und der 1. Beigeordnete Hanno Steindorf rufen mit der Kampagne „Mein Selters – Mein Wald – Mein Beitrag“ zu Spenden für die Wiederbewaldung auf.

Die Stadt Selters bittet ihre Bürger auf innovative Weise um Spenden für die Aufforstung des Waldes. Ein Film zeigt, wie dramatisch viele Waldflächen aussehen und ein Flyer, bei dem im wahrsten Sinne des Wortes eine Überraschung blüht, wirbt um Mithilfe.

In dem 3-Minuten-Film (www.stadt-selters.de) erklärt Förster Helmut Nett, dass die letzten Jahre sehr trocken waren und die geschwächten Fichten – vom Borkenkäfer befallen – abgestorben sind. Drohnenflüge zeigen eindrücklich die Ödnis, wo einst grüner Wald stand. Nett schätzt, dass derzeit rund 30 Hektar im Selterser Wald befallen sind und rechnet mit weiteren Schadflächen. Zunächst sollen etwa 10 Hektar im Wald Richtung Krümmel wiederbewaldet werden. Der Leiter des Forstreviers möchte verschiedene klimaresistente Laubbäume, vor allem Eichensorten, in sogenannten Klumpen zu rund 40 Stück setzen und vor Wildtieren schützen. Die größeren Flächen zwischen den Klumpen will Nett der Natur überlassen und hofft, dass dort Birken, Lärchen und Ebereschen anwachsen werden. Er erklärt: „Für den zukünftigen Wald wollen wir beides: neben den gepflanzten Bäumen soll die Natur selbst eine Dynamik entfalten und Bäume etablieren, die im veränderten Klima überleben. Wir wissen ja selbst nicht genau, wo die Klimaentwicklung hingeht, da muss Natur ein gutes Stück selbst tun.“

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Das Land Rheinland-Pfalz bezuschusst die Aufforstung mit 50.000 Euro. 30.000 Euro fehlen noch für die zunächst benötigten 10.000 Bäume. Das sind also noch 3 Euro pro Baumpflanzung. Um diese aufzubringen, bittet die Stadt Selters ihre Bürger mit dem Slogan „Mein Selters, mein Wald, mein Beitrag“ um Spenden. Jeder Selterser Haushalt bekommt in den nächsten Tagen eine Karte, auf der die nötigen Informationen stehen und ein QR-Code zum Film abgebildet ist. Die Karte selbst aber ist ein blühender Botschafter dieser Idee, denn das Papier enthält Blumensamen. Man kann sie einpflanzen, gießen und warten bis Sommerblumen aufgehen.

Günther und Kersten Geyer aus Selters hatten die Idee, ihre Selterser Mitbürger zu Spenden aufzurufen, sie unterstützen die Aktion mit einer größeren Spende. „Dieses deprimierende Bild des Waldes hat uns sehr mitgenommen“, sagt Günther Geyer, „wir wollen aber nicht nur über die Probleme reden, sondern konkret etwas tun und mit gutem Beispiel vorangehen“. Hanno Steindorf, 1. Beigeordneter der Stadt Selters, brachte eine weitere Idee ein: „Wie wäre es, wenn in den nächsten Wochen auch Vereine und Organisationen Geld zusammenlegen und so ein erkennbares Stück Wald schaffen können?“