Gelungener Poetry-Slam in Selters

Die Besucher des Poetry-Slam in der Festhalle Selters erlebten einen gelungenen modernen Dichterwettstreit mit sechs Poeten, einem bestens gelaunten Moderator Mario el Toro und die junge Band "Aid from Space" aus Bonn. Viel Neues gab es zu feiern: Die erste Poetry-Slam-Veranstaltung in Selters, der erste Auftritt der Band, und für fast 90 Prozent des Publikums war dies ihr erster Poetry-Slam-Besuch.

Alle vorgetragenen Texte stammten aus eigener Feder und wurden frei rezitiert oder vom Blatt abgelesen. Das sind die Regeln des Wettstreites. Hilfsmittel waren verboten, es wurde nur mit Stimme, Gestik und Mimik vorgetragen. Das Publikum bewertete den Vortrag mit Stimmkarten und entschied so, ob es den Poeten im Halbfinale und später im Finale sehen wollte.

Junge Künstler aus verschiedenen Bundesländern traten gegeneinander an: Ella Anschein aus Siegburg, Manuel Busse aus Witten, Patrizia Staudt aus Troisdorf, Phriedrich Chiller aus Heidelberg, Martin Weyrauch aus dem Odenwald und Moritz Konrad aus Karlsruhe.

Vorgetragen wurden tiefsinnige Texte, manchmal bissiges zu gesellschaftskritischen Themen, aber auch Beiträge, bei denen sich die Zuschauer sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln wischen mussten.

Ins Finale schafften es schließlich Patrizia Staudt mit einem Text über unterschiedliche Charaktere von Kindern und Moritz Konrad, der mit Selbstironie auf den "Ökowahn" in der Gesellschaft hinwies. Sein Siegertext sprühte vor Wortwitz über das Verhältnis von Kindern zu ihren Eltern. Das Publikum belohnte ihn mit der höchsten Punktzahl.

Das aus Westerwälder Keramik für diesen Anlass gefertigte "Spardippche" ging durch die Reihen und füllte sich mit Scheinen und Münzen für den Sieger Moritz Konrad.

Die Stadtbücherei als Veranstalter war sehr zufrieden mit dem Poetry-Slam, der Stimmung und dem regen Zuspruch. "Wir planen schon eine Fortsetzung im nächsten Jahr", sagte Birgit Lantermann vom Bücherei-Team.