Von Irrtümern, Unterhosen und einer königlichen List

Kinder erlebten Weltgeschichte auf lustige Weise


Alles andere als verstaubt und langweilig war die Geschichtsstunde, zu der Rita Steindorf und das Büchereiteam in die Stadtbücherei eingeladen hatten. Rund 20 Kinder im Grundschulalter erlebten einen flotten Ritt durch die Geschichtsbücher.

Die Kinder erfuhren, dass sich Christopher Kolumbus auf seiner Entdeckungsreise nach Indien um fast 10.000 km verfahren hat, weil er den Erdumfang falsch berechnet hatte und so von einer verkürzten Strecke ausging. Wie die Seefahrer probierten die Kinder Zwieback, der als Nahrungsmittel auf See diente.

Die Geschichte über den alten Fritz und wie er die Kartoffel den Deutschen schmackhaft machte, wusste Schülerin Julie Gansemer zu berichten. Sie erzählte den Kindern, wie der Preußenkönig eine List anwendete und seine Kartoffeläcker so von Soldaten "bewachen" ließ, dass die Bauern neugierig wurden und die Pflanzen stahlen. Die Soldaten sollten dabei so tun, als bemerkten sie den Diebstahl nicht.

Dass Tutanchamun im gleichen Alter den Thron Ägyptens bestieg wie ein heutiger Viertklässler, beeindruckte die Schüler weniger, als seine besonderen Grab-Beigaben: Neben Gold und Silber fand man in einer Kiste 145 Unterhosen, aber nur vier Socken.

Der Galopp durch die Geschichtsbücher endete mit skurrilen Irrtümern, wie der Entdeckung Australiens durch den Holländer Willem Janszoon. 170 Jahre bevor der britische Kapitän James Cook als Entdecker gefeiert wurde, glaubte Janszoon fest, er hätte den unbekannten Kontinent "Australis Incognita" gefunden, doch niemand glaubte ihm. Und so gehört Australien heute zum britischen und nicht zum niederländischen Königreich.

Gesättigt von all den Köstlichkeiten wie Tomaten, dem Mitbringsel von Kolumbus, Esspapier in Anlehnung an die Buchdruckerfindung durch Johannes Gutenberg und Macademia Nüssen aus Australien verließen die jungen Besucher die Stadtbücherei.

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