„Wir müssen runter von der Couch“

Kundgebung für Vielfalt und Demokratie in Selters war bunt

Rund 125 Personen traten am Donnerstag, 13. März, in Selters für Vielfalt und Demokratie und gegen Ausgrenzung ein. Das „Quartier für alle“ der Stadt Selters hatte zu einer Kundgebung innerhalb der „Internationalen Woche gegen Rassismus“ an den Marktplatz eingeladen.

Stadtbürgermeister Rolf Jung sagte: „Egal, wie alt oder jung jemand ist, wo er herkommt und wo er hinwill: die Würde des Menschen ist unantastbar. Jetzt ist die Zeit, wo wir uns mehr für die Gerechtigkeit einsetzen müssen. Es müssen mehr Menschen von der Couch runter.“ Oliver Götsch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Selters erklärte, dass Rassismus kein Problem der Vergangenheit sei, sondern eine Herausforderung in heutiger Zeit. Er sieht in der Vielfalt eine Bereicherung, die es zu schützen und als Stärke zu begreifen gilt. „Lasst uns Haltung zeigen, Rassismus nicht dulden und Vorurteile abbauen. Nur wenn wir täglich für Demokratie eintreten, können wir den Autokraten der Welt entgegenwirken“, sagte Götsch.

In der Stadt Selters leben 695 Menschen aus 46 Nationen und in der Verbandsgemeinde 1770 Menschen aus 74 Nationen. Die Stadt hat mit Selim Özen einen Quartiersmanager mit dem Fokus auf Integration beschäftigt und die Verbandsgemeinde mit Ömer Aydin eine Integrationsfachkraft.

Der Imam Lokman Yakut mahnte die Barmherzigkeit gegenüber Mensch und Tier an. „Es gibt genug Luft, Sonne und Wasser für alle“, sagte er. „Wir müssen für den Frieden eintreten und für eine Welt, in der Kinder mit Liebe aufwachsen, Respekt vor Älteren herrscht und es keine Gewalt gegen Frauen gibt.“ Die evangelische Pfarrerin Swenja Müller lud ein, laut zu werden für die Vielfalt, wie es ein Plakat forderte. „Wir haben eine Stimme, die wir erheben können. Vielleicht wird es uns etwas kosten, vielleicht werden wir nicht von allen gefeiert, aber wir können hoffnungsvoll laut sein für die Vielfalt.“ Andreas Kratz ist Pastoralreferent in der Pfarrei St. Anna. Er wies auf gemeinsame Werte wie die Menschenwürde hin, die über alle Religionen hinweg eine verbindende gemeinsame Grundlage sei. „Ich wünsche mir, dass wir den Mut haben, für ein gutes Miteinander aufzustehen“, sagte Kratz.

Auch der Hort und die beiden Kindergärten hatten an der Kundgebung teilgenommen, Plakate gemalt und Lieder eingeübt. Eröffnet wurde der Aktionstag mit lautem Trommeln von Karl Wilbois und moderiert von Dr. Ewan Salih. Für Musik und das gemeinsame Lied „Was uns verbindet“ sorgten Angela Schmitz-Buchholz und Franz Schmitz.