Jazz mit Bach und Beethoven

Marcus Schinkel Trio begeistert mit einem außergewöhnlichen Konzert


Pure Begeisterung für das Spiel des Jazztrios im Stadthaus Selters

Ein begeistertes Publikum erlebte im Stadthaus Selters ein Konzert, das klassische Musik und Jazz auf faszinierende Weise miteinander verband.


Der Ausnahmepianist Marcus Schinkel gießt die Musik von Bach und Beethoven in neue Formen

Marcus Schinkel begegnet den Werken von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven mit großem Respekt und zugleich mit der Freiheit eines Jazzmusikers. Die bekannten Melodien erweitert Schinkel mit wenigen Noten. Sie bleiben dabei erkennbar, werden rhythmisch neu gedacht und harmonisch erweitert. Das Trio verschiebt Akzente, spielt Themen in ungewöhnlichen Taktarten und bricht bewusst aus der Strenge der klassischen Kompositionen aus. Improvisationen erhalten viel Platz und immer wieder blitzen überraschend die vertrauten Motive der Originale auf, wie aus Bachs berühmter „Toccata und Fuge d-Moll“, den Präludien I und II aus dem „Wohltemperierten Klavier“, dem „Ave Maria“ und Beethovens „Ode an die Freude“ Mit dem Synthesizer entstehen sphärische Klangflächen, elektronische Verfremdungen und futuristisch anmutende Sounds, zu denen Schinkel beispielsweise die Teufelsfratzen am Kölner Dom inspiriert haben.


Schlagzeuger Wim de Fries

Schinkels Musik will die Originale nicht ersetzen. Vielmehr entsteht aus der Begegnung von Klassik und Jazz ein musikalischer Mehrwert. Eine entscheidende Rolle spielten dabei auch Schinkels Mitmusiker. Wim de Fries am Schlagzeug erwies sich als ebenso absolut präziser wie einfallsreicher Klanggestalter. Seine Soli waren atemberaubend – ganz gleich, ob er einer einzigen Trommel eine erstaunliche Vielfalt an Klängen entlockte oder das gesamte Drumset zum musikalischen Ereignis machte. Virtuos und mit feinem Gespür für den richtigen Moment ergänzte Nico Brandenburg am Bass das Trio. Mit seinen prägnanten Basslinien und souveränen Soli gab er der Musik Fundament, Beweglichkeit und immer wieder neue Impulse.


Bassist Nico Brandenburg

Das Publikum im Stadthaus Selters honorierte diesen außergewöhnlichen Jazz mit großer Begeisterung und lang anhaltenden Applaus. Und natürlich ließ das Trio seine Zuhörer nicht ohne Zugabe nach Hause gehen: Mit einer „funky-sexy“ Version von Beethovens „Für Elise“ setzte das Marcus Schinkel Trio einen ebenso augenzwinkernden wie mitreißenden Schlusspunkt unter den Konzertabend.